Eine gebrauchte Gitarre zu kaufen ist oft die klügste Entscheidung für Sound, Budget und Nachhaltigkeit. Viele Instrumente sind bereits eingespielt, klingen reifer und bieten deutlich mehr Qualität fürs Geld als neue Einsteigermodelle. Gleichzeitig lauern auf dem Gebrauchtmarkt typische Fallstricke. Dieser Guide zeigt dir worauf du wirklich achten musst – egal ob Akustik-, Western- oder E-Gitarre – damit du ein Instrument findest, das dich langfristig inspiriert.

Warum gebraucht kaufen?
Gebrauchte Gitarren haben Charakter. Holz schwingt freier, Setups sind oft bereits optimiert, und hochwertige Serien werden erschwinglich. Wer bewusst kauft, bekommt mehr Klang pro Euro – und verlängert den Lebenszyklus eines Instruments.
Der erste Blick: Gesamteindruck & Ehrlichkeit
Bevor du ins Detail gehst, zählt der Gesamteindruck:
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Wirkt die Gitarre gepflegt?
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Gibt es klare Fotos und eine transparente Beschreibung?
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Sind Seriennummer, Modell und Baujahr nachvollziehbar?
Ein ehrlicher Verkäufer benennt Gebrauchsspuren offen – das schafft Vertrauen.
Hals & Spielbarkeit: Der wichtigste Check
Der Hals entscheidet über Spielkomfort.
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Halsgerade: Ein minimaler Relief ist normal, starke Krümmungen sind problematisch.
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Halswinkel (Akustik): Zu flach oder zu steil erschwert ein sauberes Setup.
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Trussrod: Muss funktionieren – er ist dein Feinjustier-Werkzeug.
👉 Praxis-Tipp: Spiele alle Lagen. Schnarrt es extrem oder sind einzelne Bünde tot, ist Vorsicht geboten.
Bünde: Verschleiß realistisch bewerten
Abgenutzte Bünde sind normal – tiefe Kerben nicht.
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Leichte Spielspuren = okay
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Tiefe Rillen = Abrichten oder Neubundierung nötig (Kosten einplanen)
Gerade bei beliebten Gebrauchtgitarren kann ein Fret-Dress den Unterschied machen.
Korpus & Holz: Risse, Leimnähte, Decken
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Akustik/Westerngitarre: Deckenrisse, offene Leimnähte und Verzug prüfen.
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E-Gitarre: Risse im Lack sind oft kosmetisch, Risse im Holz nicht.
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Binding & Kanten: Ablösungen deuten auf Lagerprobleme hin.
Kleine optische Makel sind okay – strukturelle Schäden eher nicht.
Elektronik & Hardware
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E-Gitarre: Potis kratzen? Schalter sauber? Pickups gleichmäßig laut?
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Mechaniken: Stimmen sie stabil?
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Steg & Sattel: Keine Risse, saubere Auflage, korrekte Kerben.
Viele Hardware-Themen sind lösbar – kalkuliere Aufwand und Kosten realistisch.
Setup & Saitenlage
Eine hohe Saitenlage ist kein KO-Kriterium – oft ein Setup-Thema.
Wichtig ist, ob sich die Gitarre einstellen lässt:
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Spielt sie sich nach Justage komfortabel?
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Bleibt die Intonation sauber?
Ein gutes Setup holt aus vielen Gebrauchtgitarren erst das volle Potenzial.
Preisfindung: Fair statt Wunschdenken
Vergleiche:
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Zustand, Baujahr, Serie
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aktuelle Marktpreise ähnlicher Modelle
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enthaltenes Zubehör (Case, Upgrades)
Ein kleiner Verhandlungsspielraum ist üblich – sachlich bleiben zahlt sich aus.
Neu oder gebraucht auf dem Marktplatz?
Spezialisierte Marktplätze mit musikerfokussierter Community erleichtern die Suche: bessere Beschreibungen, realistische Preise und Instrumente von Leuten, die wissen, was sie verkaufen. Gerade für gebrauchte Gitarren ist das ein klarer Vorteil.
Fazit
Eine gebrauchte Gitarre kann ein echter Glücksgriff sein – wenn du strukturiert prüfst. Hals, Bünde, Korpus, Elektronik und Setup sind entscheidend. Kleine Gebrauchsspuren sind normal, ehrliche Angaben Gold wert. Wer sich Zeit nimmt, findet Instrumente mit Charakter, starkem Sound und hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Plattformen wie re-drum.de bieten dafür einen übersichtlichen Rahmen, um Gitarren von Musikern für Musiker zu entdecken.
